Stockfotografie und PayPal

Was haben diese beiden Punkte miteinander zu tun? Diese Frage drängt sich geradezu auf und ist sehr einfach zu beantworten.

Bei deutschen Agenturen erfolgt die Auszahlung in der Regel auf ein deutsches Bankkonto. So einfach, so gut. Doch wie sieht das bei ausländischen Agenturen aus. Diese verfügen im seltensten Fall über Bankkonten innerhalb der EU, und haben als Auszahlungsweg, wie in den USA üblich, die Auszahlung per Scheck favorisiert. Ein für uns, auf Grund der hohen Bankgebühren, mehr als unlukrativer Weg.

Als Auszahlungsweg, der ein akzeptables Kosten / Nutzen Prinzip anbietet, hat sich der Bezahldienst PayPal etabliert. Die Kosten bewegen sich in einem überschaubaren Rahmen und die Nutzung des Dienstes ist verhältnismäßig einfach und auch einigermaßen sicher (wenn man sich an die Spielregeln hält)

Ich selbst nutze den Bezahldienst bereits seit vielen Jahren und habe bisher keinerlei Probleme festgestellt. Die in unterschiedlichen Währungen eingehenden Auszahlungsbeträge kann ich direkt für weitere Investitionen in meine Ausrüstung nutzen. Ich kann eigentlich nur jedem Stockfotografen ein solchen PayPal Account ans Herz legen, um die Früchte der Arbeit einfach und sicher zu erhalten.

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Sunbird Images – Steckbrief

 

Homepage Sprache: Deutsch – Englisch
Währung: Euro
Auszahlung: Die Auszahlung erfolgt quartalweise automatisch
Auszahlung über: PayPal oder Bankkonto
FTP / IPTC: Ja / Ja
   
Agenturlink: Agentur Website
Kommentar: Sunbird Images ist eine Spezialagentur für den Bereich Tier- und Naturfotografie aus Deutschland. Nur nach einer bestandenen Bewerbung darf man die Agentur mit Bildern versorgen, Der Fotografenanteil liegt bei fairen 50%. Klein und Fein.

 

Shotshop – Steckbrief

 

Homepage Sprache: Deutsch – Englisch
Währung: Euro
Auszahlung: auf Anfrage
Auszahlung über: Bankkonto
FTP / IPTC: Ja / Ja
   
Agenturlink: Agentur Website
Kommentar: Shotshop ist eine Agentur aus Deutschland, die seit einigen Jahren bereits aktiv ist. Der Fotografenanteil ist von vielen Aspekten abhängig, wie z.B. Portfoliogröße und bisherige Vertriebswege. Einfach mal ansehen.

 

EyeEm – Steckbrief

 

Homepage Sprache: Englisch
Währung: US – Dollar
Auszahlung: ohne Mindestbetrag auf Anfrage
Auszahlung über: PayPal
FTP / IPTC: Nein / Ja (teilweise)
   
Agenturlink: Agentur Website
Kommentar: EyeEm ist eine 2010 in Berlin gegründete Agentur, die etwas anders ist, eben so, wie Andere sein möchten. EyeEm ist eigentlich eine Community mit einem Marktplatz und einer Partnerschaft zu Getty Images und Alamy. EyeEm zahlt an die Fotografen einen fairen Anteil von 50% der Verkaufserlöse.

In meinen Augen eine nette Agentur mit einer sympatischen und reizvollen Ausstrahlung. Man muss es einfach mal ausprobiert haben. Es kann eine lukrative Beziehung entstehen.

 

Dateiformate: jpg und Co

Fotos lassen sich in den unterschiedlichsten Dateiformaten abspeichern. An dieser Stelle wollen wir diese unterschiedlichen Formate einmal kurz benennen und die wichtigsten Eigenheiten selbiger betrachten.

*.RAW
  • Dies ist eigentlich kein Dateiformat, sondern ein Sammelbegriff für viele verschiedenen, aber sehr ähnliche Dateien. Hinter diesem Begriff verbergen sich die in der Kamera erzeugten Rohdaten Dateien, die die direkt vom Sensor ausgelesenen Daten enthalten.
  • Obwohl alle Dateien unter dem Begriff „RAW“ zusammengefasst werden, hat jeder Hersteller ein spezifisches Dateiformat entwickelt, welches nicht herstellerübergreifend kompatibel ist.
  • Die von der Kamera zur Verfügung gestellten Dateien enthalten unkomprimierte Daten und sind in Folge dessen, sehr groß (abhängig von der Bildauflösung – Anzahl der Pixel)
  • Auf RAW Dateien gehe ich an anderer Stelle noch einmal ausführlicher ein
*.JPG
  • Dies ist der Standard Dateiformat in dem die Fotos in den Agenturdatenbanken hinterlegt sind.
  • Bei jedem Speichervorgang wird den Einstellungen gemäß die Bilddatei erneut berechnet und komprimiert. Diese Komprimierung wird bei jedem Speichervorgang durchgeführt. Somit bedeutet jedes Speichern einen weiteren Datenverlust durch einsparen von Bildinformationen. Entstehung der sogenannten „Artefakte“
  • Kleine Dateigrößem werden mit einem Qualitätsverlust durch Komprimierung und löschen von Bildinformationen erkauft. Einmal gespeicherte Dateien sollten nicht weiter bearbeitet und erneut gespeichert werden, da das bild mit jedem Speichern an Qualität verliert.Für jede Bearbeitung sollten die RAW Daten genutzt werden, die dann zur Erzeugung einer neuen und geänderten JPG Datei genutzt wird.
  • Gilt nicht für die Bearbeitung von EXIF Daten wenn der EXIF Editor nur in die EXIF Daten schreibt und die Bilddaten unberührt lässt
*.DNG
  • Dies ist der Versuch von Adobe einen Quasi-Standard zu präsentieren, der es ermöglicht die „Roh“-Daten der Sensoren zu vereinheitlichen.
  • Die abgespeicherten Daten sind nicht komprimiert und somit ist das Speicherverfahren ein Verfahren bei dem keinerlei komprimierungsverluste die Bildqualität beeinträchtigen. Die Bilddateien lassen sich in identischem Umfang wie die RAW-Dateien bearbeiten.
*.TIF
  • Ein verlustfreies und auch ein Verlust behaftetes Bild kann in Abhängigkeit von den Einstellung und der Komprimierung erstellt werden.
  • Bei verlustfreier Speicherung sind sehr große Dateien üblich.
  • Dies ist ein seit vielen Jahren eingesetztes Dateiformat, das für den Einen oder Anderen sicherlich eine Alternative zum DNG Format sein kann
*.PSD
  • Dies ist ein Photoshop eigenes Format das alle Ebenen und Maskeninformationen mitspeichert und somit eine Weiterbearbeitung in diesen erlaubt.
  • Eine Komprimierung der Bilddaten ist quasi verlustfrei
  • Kein Format zur Weitergabe und Weiterverwendung in Agenturen

Dateiformat für Stockfotos

Nicht jedes der unzähligen Grafik- oder Bildformate ist für die Einreichung von Dateien zur Aufnahme in die Agentur-Datenbank erwünscht oder geeignet.

Die Agenturen fordern die einzureichenden Dateien normalerweise im JPG-Format. Doch dies alleine reicht noch nicht, denn die Anforderung an die Dateien gehen über das reine Dateiformat hinaus. Neben der Tatsache, dass die Fotos nicht mit Wasserzeichen oder Rahmen versehen sein dürfen, so sollten diese Fotos auch soweit als möglich unbearbeitet sein. Darunter sind Farbverfremdung, Solarisation oder sonstige „kreative“ Filter zu verstehen.

Von der Entwicklung (Bildbearbeitung) der Bilddateien im RAW-Konverter, die sich auf Anpassungen im Weißabgleich, der Belichtung, des Tonwertes oder auf die Korrektur von Objektivfehlern beschränken sollten, einmal abgesehen, sind zusätzliche Bearbeitungen wie eine künstliche Aufblähung des Bildes von zum Beispiel 3 Mill. Pixel auf 10 Mill. Pixel schlichtweg untersagt. Auch der Versuch unscharfe Fotos durch übermäßiges Nachschärfen zu retten, sollten tunlichst unterlassen werden. Diese Maßnahmen führen eigentlich immer zu einer Ablehnung.

Auch beim Speichern der Dateien sollte auf eine zu große Komprimierung der Fotos verzichtet werden, denn auch dieses führt zu immensen Qualitätsverlusten, die ebenfalls mit einer Ablehnung geahndet werden. Darum werden JPG Dateien mit einer gegen Null gehenden Komprimierung, also in der höchsten Qualitätsstufe erwartet.

Wenn diese „Kleinigkeiten“ beachtet wird, sollte einer Annahme aus technischer Sicht nichts mehr entgegen stehen.

Stockfotografie und Lizenzen

Die von Ihnen angebotenen Fotos können über die Agenturen auf verschiedene Art und Weise für eine Nutzung lizensiert werden. Die beiden Lizenzvarianten sind:

  • Royalty Free (RF)
  • Right Managed (RM)

Bei einem Vertrieb über Agenturen verkaufen Sie nicht das Foto als solches, sondern nur das Recht auf die Nutzung des Fotos.

  • Der Begriff „Royalty Free (RF)“ wird oftmals als „Lizenzfrei“ übersetzt. Diese in meinen Augen fehlerhafte Übersetzung suggeriert, dass das erworbene Foto für jeden Einsatz uneingeschränkt zur Verfügung steht. Dies ist schlichtweg falsch, denn auch bei diesen Fotos gibt es Regeln und Lizenzbestimmungen, die beachtet werden müssen. Jede Benutzung von Fotos ohne Einhaltung der Lizenzbestimmungen ist illegal. Fotos die gemäß der „Royalty Free“ Lizenz angeboten werden, gestatten meist eine sehr weitreichende Nutzung zu einem geringen monetären Einsatz. Diese Fotos werden meist über Mikrostock Agenturen vertrieben und sind für den Massenmarkt bestimmt. Diese Lizenzversion gestattet den Einsatz im Web ebenso wie in Publikationen. Der Umfang der tatsächlich eingeräumten Nutzungsrechte sind den AGBs der Agenturen zu entnehmen, da das Nutzungsspektrum von Agentur zu Agentur sehr unterschiedlich ist.
  • Fotos die im Rahmen einer „Right Managed (RM)“ vertrieben werden, besitzen ein speziell an den Verwendungszweck angepasstes Nutzungsrecht. Dem Bildeinkäufer muss somit bereits im Vorfeld klar sein, wo und wofür und wie lang er das Foto nutzen möchte. Denn diese Parameter bestimmen die zu entrichtende Nutzungsgebühr. Fotos die über diese Nutzungslizenz vertrieben werden, werden Exklusiv vertrieben um eine parallele Mehrfachnutzung zu verhindern, was natürlich durch einen höheren Erlös honoriert wird.

Die Wahl des Lizenzverfahrens obliegt dem Fotografen, und sollte mit bedacht und realistischem Blick auf das eigene Portfolio gewählt werden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, egal welchen Weg Sie für sich wählen, es ist Ihr Weg und Ihre Entscheidung. Es gibt keine Regeln für den „richtigen“ Weg

Die Lizenz zum Fotografieren und veröffentlichen

Ein paar Fotos sind mit der „immer dabei“ Kamera, oder aber Ihrer kompletten Fotoausrüstung, schnell gemacht. Sei es jetzt die Truppe sympathischer Menschen am Tisch im Biergarten nebenan, der vorwitzige Affe in seinem Zoogehege oder der apart gedeckte Frühstückstisch mit dem neuen Geschirr.

Gegen diese Fotos ist sicherlich nichts einzuwenden, solange Sie diese „nur“ für ihre persönliche Erinnerung erstellt haben, und Sie sich alleine daran erfreuen. Doch sobald Sie gedenken diese Fotos der Öffentlichkeit zu präsentieren oder diese sogar über eine Fotoagentur zu vertreiben gedenken, dann gelten ganz andere Regeln.

Sie benötigen für jedwede Veröffentlichung oder jeden Verkauf eine schriftliche Genehmigung (Release).

  • Bei Fotos von Personen heißt diese „Model Release“
  • Bei Fotos von Gegenständen, nicht öffentlichen Plätzen, in Gebäuden benötigen Sie ein „Property Release“

In bestimmten Fällen werden für ein Foto sogar beide Genehmigungen gleichzeitig benötigt

Daraus ergibt sich die Frage, wann ich ein solches Release benötige. Kurz zusammengefasst betrifft das die folgenden Punkte:

  • Die Personen im Foto sind erkennbar abgebildet
  • Sie haben von privatem Gelände aus fotografiert
  • Sie haben in einem Gebäude fotografiert
  • Sie haben Gegenstände auf dem Foto abgebildet die einen besonderen Schutz genießen. (Namentlich sind dies der Geschmacksmusterschutz und der Designschutz, aber auch Kunst fällt darunter)

Und als ob dieses nicht schon verwirrend genug wäre, fordern viele Agenturen diese Releases auch noch auf eigenen Vorlagen, anstatt sich auf einen gemeinsamen geltenden Standard zu einigen.

An anderer Stelle gehe ich noch etwas ausführlicher auf die beiden Release Varianten ein, und auf deren spezielle Eigenarten.

Einige Inhalte sind aber bei beiden Varianten identisch und werden darum an dieser Stelle schon einmal gelistet. In jedem Release sollten die folgenden Punkte eindeutig definiert sein:

  • Die persönlichen Daten des Fotografen
  • Die persönlichen Daten des Vertragpartners
  • Die eindeutig definierte Verwendung der Fotos
  • Die Anzahl der Fotos die dieser Vertrag beinhaltet, sowie eine Kurzbeschreibung des Inhaltes
  • Die vom Fotografen gezahlte Vergütung an den Vertragspartner
  • Die Verwertungsrechte der Fotos durch den Vertragspartner
  • Der eventuelle Anteil an den zukünftigen Erlösen, der an den Vertragspartner gezahlt werden sollen
  • Rechtsverbindliche Unterschriften der Vertragspartner und der Zeugen

Je eindeutiger das Release verfasst ist, umso seltener ist zukünftig mit einem Streit über den Inhalt des Vertrages zu rechnen. Die im Vorfeld geleistete Mehrarbeit, die durch einen ausführlich erstellten Vertrag entsteht, macht sich in der Zukunft unter Garantie bemerkbar.

 

Achtung: Dies ist keine Rechtsberatung und dient lediglich als Hinweis auf bestehende Regeln die zu beachten und einzuhalten sind. Eine belastbare und gerichtsfeste Aussage kann nur ein Rechtsanwalt tätigen.